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Zwischenbilanz der Kampagne
"Taifun gegen Gentechnik"

von Wolfgang Rainer Heck, Geschäftsführung und Jesús  Bastante, Vertriebsleitung



Die Hauptaussage unserer Informations­kampagne „Taifun-gegen-Gentechnik“ lautet:
 
„Eine Präsenz von Gentechnik-Spuren, die unter 0,1% liegt, ist auch in unseren Produkten nicht mehr voll­ständig auszu­schließen.“
 
Dazu gab es in den ersten 6 Wochen bereits viele Rückmeldungen. Diese möchten wir Ihnen in einer kurzen Zusammenfassung vorstellen:
 
Reaktionen von Seiten des HANDELS  (Einzel- und Großhandel)
 
Grundsätzlich gab es viel Unterstützung und Zuspruch. Von Anfang an wurde uns eine aktive Mitwirkung bei der Ver­teilung der Broschüren angeboten. Die Anschaulich­keit der Information wurde gelobt und die Art der Kommunikation als ansprechend und wirksam empfunden. Folgender Satz könnte es zusammenfassend ausdrücken: „Ich finde die Idee, die Aufmachung und vor allem die Aufrichtigkeit und den Mut dieser Aktion sehr gut. Ich möchte jedem meiner Kunden, die meinen Laden besuchen, diese Broschüre in die Hand drücken.“

Der Handel zeigt sich unter­stützend und begrüßt unsere Offensive

Spontane Rückmeldungen wichtiger Handelspartner in folgender Art „Danke für den Impuls - Wir gehen schwanger mit dem Thema - Lassen sie uns auch den Handel mit ins Boot nehmen“, zeigten uns, dass unser Impuls richtig war und eine tiefere Auseinandersetzung und ein Prozess anstehen. Uns wurde gratuliert für den Mut, die Konsequenz und die Authenti­zität. „Meiner Ansicht nach sollte die gesamte Biobranche viel mehr Aufklärung in Form von "Wachrütteln" betreiben, da wir im Prinzip keine Zeit mehr haben...“.

Aber auch Kritik hat uns erreicht. Wir würden ein falsches Signal aussenden, welches die Branche schwächt und der schlichte Vorwurf, wir wären päpstlicher als der Papst. „Ich halte Eure neue Auffassung für das falsche Signal. Das ist ein Punktsieg für die Gentechnik“.

Anstöße und Fragen zum Nachdenken:

Der Biofachhandel positioniert und profi­liert sich quasi als gentechnikfreie Einkaufs­zone. Wie geht es unter den neuen gesetz­lichen Bedingungen weiter? Welche Grenze wird zukünftig als „frei von Gentechnik“ für unsere Branche gelten? Wie kommuniziert der Handel diese Positionierung und Festlegung den eigenen Kunden und welche Ansprüche werden an Lieferanten und Hersteller bei diesem Thema gestellt? Wie halte ich das Vertrauen meiner Kunden aufrecht? 

Verbraucher melden zurück: „Diese Offenheit spricht mich an.“

Reaktionen der VERBRAUCHER

„Ich habe heute die neue Kennzeichnung auf ihren Produkten gesehen und war zunächst erstaunt. Im nächsten Moment war mir jedoch klar, dass es anders nicht sein kann“. Oder: „Ich finde es sehr gut, dass sie offen legen, welche Probleme es gibt.“.

Diese Verbraucheraussagen treffen den Haupt­­tenor der Rückmeldungen unserer Kunden, die uns bisher erreicht haben. Aber auch Überraschung über die Zustände, Dank­barkeit für die Aufklärung über die Darstellung der Realitäten bis hin zu Empörung, Aufbruch zum Protest und Resignation.

Es besteht zudem ein starkes Bedürfnis nach weiteren Informationen. Viele Fra­gen tauchen in diesem Zusammenhang auf „Wieso finden sich in den Soja­produkten aus heimischem Anbau ebenfalls gentechnisch ver­änderte Soja­anteile? Eine genauere Darstellung an dieser Stelle würde ich gut finden.“

Unsere Offenheit wird auch mit Ermutigung honoriert: „Bleiben sie beim Engagement und der Information ihrer Kunden. Nichtwissen ist ein großes Hindernis auf dem Weg zu Änderun­gen.“

Und nicht zuletzt gab es einige Verbraucher, die uns daran erinnern woll­ten, dass es vielleicht besser wäre statt gegen etwas zu sein, für etwas zu sein. Die Vorschläge gingen in die Richtung: Für eine natürliche Umwelt oder auch für Vielfalt und Nachhaltigkeit. Wir hatten bereits bevor wir unsere Kampagne starte­ten eine positive Formulierung ge­prüft, kamen aber zu dem Ergebnis, dass das klare Statement „Gegen Gentechnik“ stärker und eindeutiger ist.

Reaktionen von den VERBÄNDEN

Ähnlich, wie beim Handel, wurde unsere Kampagne als Impuls und Anregung auf­genommen, um den Prozess der Definition und der Festlegung einer ver­bindlichen Toleranzgrenze in den eigenen Reihen zu forcieren. Uns ist dabei bewusst gewor­den, dass wir uns durch die verbindliche Aussage: „Bei Taifun-Produkten legen wir den Maximalwert für Spuren auf kleiner als 0,1% fest. Wir garantieren 99,9% Gentechnikfreiheit.“ nicht geschwächt haben, sondern paradoxer­weise unsere Marke in eine ganz beson­dere Vertrauensstellung bringen konnten.

Reaktionen aus WIRTSCHAFT UND POLITIK

Trotz unseres passionierten Briefes an die Landes­politiker aus unserer Region erreichte uns wenig Echo und wenn dann eher standard­mäßige Antworten aus diesem Bereich.

Politik und Wirtschaft zeigen eher mäßige Anteilnahme

Immerhin erhielten wir vom Bürger­meisteramt der Stadt Freiburg ein Solidaritäts­schreiben, in welchem uns versichert wird, dass man sich mit unseren Zielen in Bezug auf die Wahlfreiheit bei Lebensmitteln und einer Gentechnikfreien Region mit uns identifiziert.

Meldungen in der PRESSE

Neben Berichten, die unsere Position aus­führlich präsentiert haben, gab es Dar­stellungen, die die Hintergründe unseres Handelns etwas verzerrt haben. Es entstand dadurch der Eindruck wir hätten unsere Unternehmenspolitik wegen der Funde des Chemischen und Veterinär­untersuchungsamts verändert, dies geschah jedoch bereits aufgrund unserer eigenen Untersuchungen.

Außer­dem könnte man anhand eines Artikels in Schrot und Korn meinen, wir hätten schon in ca. 39% unserer Proben Spuren gefunden, was nicht der Fall ist. Nur etwa 5% unserer untersuchten Soja­proben weisen in ungewaschenem Zustand Spuren von Gentechnik auf.

Schließen möchten wir diese Zwischen­bilanz mit der Anregung eines Bio-Produzenten aus der Weinbranche. Er empfiehlt unsere Etiketten mit folgendem Vermerk auszu­statten:

"Gentechnikfreiheit kann auf Grund einer Entscheidung unserer Regierung nicht mehr gewährleistet werden. Die Bundes­regierung wünscht keine gentechnikfreien Lebensmittel mehr für ihre Bürger. Wir tun dennoch alles uns Mögliche dafür, auch weiterhin unbelas­tete Rohstoffe für unsere hochwertigen Lebensmittel zu beschaffen".

In diesem Sinne und für einen erfolgreichen weiteren Verlauf grüßen

Freiburg, 29.10.2008
Wolfgang Rainer Heck und Jesús Manuel Bastante

 


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